Vom Entwurf bis zur Realisierung einer arbeitserleichternden Vorrichtung – engagierte Nachwuchskräfte nutzen Projektarbeit zur Unterstützung einer sozialen Einrichtung

Fulda. Jannes-Daniel Froese und Siyamend Muhammed Abdullah gefiel die Idee des UTH-Ausbildungsprojekts für die Fuldaer Caritas-Werkstatt von Anfang an. Die angehenden Industriemechaniker im dritten Lehrjahr übernahmen gerne die Verantwortung für das „Tüftler-Team“, das für Menschen mit Handicap eine arbeitserleichternde Vorrichtung entwickeln und realisieren sollte. Dabei war die To-do-Liste von UTH-Ausbilder Bernhard Reith „schon sportlich“, sind sich die jungen Mitarbeiter einig. Vom Entwurf über die Angebotserstellung bis zur Realisierung des Arbeitsmittels inklusive Präsentation und Einweisung beim Kunden lag alles fest in der Hand des Fachkräftenachwuchses.

Bei dem Auftrag ging es laut Reith um die Optimierung eines Arbeitsschritts in der Caritas-Werkstatt, bei dem Schrauben in einen Gummidübel exakt 20 Millimeter tief einzustecken sind. Vorgabe für die jungen „Entwickler“: Die Arbeit sollte durch ein technisches Hilfsmittel mit weniger Kraftaufwand und damit leichter ausgeführt werden können – unter der Berücksichtigung, jegliche Verletzungsgefahr nahezu auszuschließen.

„Beeindruckendes Engagement“

Nachdem Lasten- und Pflichtenheft erstellt waren, begannen die Kollegen aus der Konstruktionsabteilung schon sehr bald mit den Zeichnungen, die sich nach den Vorstellungen der beiden Azubis richteten. Parallel dazu mussten Siyamend Muhammed Abdullah und Jannes-Daniel Froese ein Angebot erstellen – völliges Neuland für die jungen Techniker. „Bei der Präsentation und der Übergabe des fertiggestellten Prototyps konnten unsere Azubis schließlich beweisen, dass sie auch im persönlichen Kontakt mit Menschen punkten können.“, lobt Ausbilder Reith.  Siyamend Muhammed Abdullah und Jannes-Daniel Froese zeigten den Caritas-Mitarbeitern, wie die neue Vorrichtung zu benutzen ist – nach ersten Testläufen unter Anleitung des UTH-„Entwickler-Teams“ gab es anerkennenden Applaus. Produktionsverantwortlicher Christian Müller bedankte sich im Namen der Caritas-Beschäftigten bei den „pfiffigen“ Auszubildenden für ihr Engagement und die Aufwertung der Arbeitsplätze ganz im Sinne der Mitarbeiter mit Behinderungen.

Prägende Erfahrung für die berufliche Zukunft

„Wir sind froh darüber, dass es in unserem Unternehmen Freiräume für solche Projekte gibt, und wir schätzen das soziale Engagement von UTH, denn immerhin hat die Firma die Kosten für diese Entwicklung komplett übernommen. Uns bot sich mit dieser außergewöhnlichen Aufgabe auch eine besondere Chance: Wir konnten daraus wertvolle Erfahrungen mitnehmen“, erklären die zwei Azubis einstimmig. „Nun wissen wir, wie ein Projekt angelegt und von A bis Z durchgeführt wird, wie es ist, dafür Verantwortung zu übernehmen und relativ eigenständig zu arbeiten.“

Ausbildung hat bei UTH einen hohen Stellenwert. „Dabei sind neben einer intensiven Begleitung Wertschätzung, Fairness und ein kollegiales Arbeitsklima Grundvoraussetzung. Von Anfang an sind die Auszubildenden wichtiger Teil des Teams und übernehmen frühzeitig Verantwortung – unter anderem durch solche anspruchsvollen Projekte, die vor allem auch zur Förderung der sozialen Kompetenz beitragen“, sagt Personalleiterin und Ausbildungsverantwortliche Eva-Maria Uth. Aktuelle Ausbildungsangebote finden Interessierte unter: https://uth-gmbh.com/karriere/

Mit finanzieller Unterstützung des Fuldaer Maschinenbauers UTH konnte die Neuentwicklung der arbeitserleichternden Vorrichtung für die Caritas-Werkstatt durch das Ausbildungsprojekt umgesetzt werden. Kniend von rechts: „UTH-Entwickler“ Jannes-Daniel Froese und Siyamend Muhammed Abdullah, Melanie Odenwald (Einrichtungsleiterin). Stehend: Vierter von links: Christian Müller (Produktionsverantwortlicher), vierter von rechts: Kay Mittelsdorf (Gruppenleiter Arbeitsbereich Metall), rechts außen: Bernhard Reith (UTH-Ausbilder) und weitere Mitarbeiter der Caritas, die mit der neuen Vorrichtung arbeiten.